Manfred Köhler
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Altenburg: Die Strafe für den Prinzenraub

Ein Beispiel für die drakonischen Strafen im Mittelalter ist der Altenburger Prinzenraub: Ritter Kunz von Kauffungen entführte im Juli 1455 die Prinzen Ernst und Albrecht aus Schloß Altenburg, um deren Vater, den Kurfürsten Friedrich den Sanftmütigen, in Zusammenhang mit politischen Streitigkeiten unter Druck zu setzen. Obwohl bei der Geiselnahme niemand zu Schaden kam, wurde nicht nur der Täter selbst innerhalb einer Woche enthauptet, sondern auch sein Bruder. Der Familiensitz des Ritters wurde geschleift, sein Vermögen eingezogen, seine Kinder wurden nach Böhmen verbannt. Dem Prinzenraub ist auf Schloß Altenburg eine umfassende Ausstellung gewidmet. Zu sehen gibt es unter anderem eine der Strickleitern, die bei der Entführung der Prinzen zum Einsatz kamen, und das Richtschwert, mit dem der Ritter in Freiberg geköpft wurde.
25 Kilometer südwestlich von Altenburg lockt mit der Burg Posterstein ein weiteres sehenswertes Ausflugsziel. Besonderheiten sind der kleine Kerker unter dem Bergfried und die Totenmaske Napoleon Bonapartes. Aus der Burggeschichte gibt es manch Bemerkenswertes zu berichten, auch aus der jüngeren Vergangenheit. So absolvierte der bekannte Schriftsteller Hans Fallada 1913 auf Posterstein eine landwirtschaftliche Ausbildung. Anfang der 50er Jahre versündigten sich DDR-Plattmacher an der Burg: Statt den maroden Nordflügel zu sanieren, riß man ihn kurzerhand ab. Die freiliegenden Kreuzgewölbe der Kellerdecken wurden mit Erde aufgefüllt, bepflanzt und zum „Burghof“ erklärt. Kaum 30 Jahre später rächte sich die Schlamperei, und die Keller stürzten ein. Die klaffenden Löcher und Mauerreste sind heute der einzige Schandfleck der ansonsten makellos schönen Burg.

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