Manfred Köhler
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Jagdschloss Augustusburg:
BER-artiges Baudrama

Ein BER-artiges Baudrama, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen, markiert den Beginn der Geschichte von Schloss Augustusburg: Bauherr Kurfürst August von Sachsen, selbst ernannter Augustus, überredete im Jahr 1567 den greisen Kaufmann und Baumeister Hieronymus Lotter, sein Amt als Bürgermeister von Leipzig aufzugeben und Oberbaumeister von Schloss Augustusburg bei Chemnitz zu werden. Bald aber sollte aus Bewunderung Ungnade werden: Weil ihm der Baufortschritt zu langsam ging, übte der Kurfürst derart Druck auf Lotter aus, dass der sein gesamtes eigenes Vermögen einsetzte, um schneller fertig zu werden. Das bewahrte ihn nicht davor, schließlich doch noch entlassen und ersetzt zu werden. Statt reich und geachtet als Stadtherr von Leipzig fristete Hieronymus Lotter seine restlichen Jahre geschmäht und in Armut, während August, der es erst so eilig gehabt hatte, sein neues Schloss nun bloß als Jagddomizil nutzte, es daher insgesamt gerade mal ein paar Wochen bewohnte und ansonsten in Dresden residierte. Seinen wenigen kurzen Aufenthalten auf Schloss Augustusburg ging übrigens jedesmal ein dreiwöchiger Umzug voraus, weil nicht nur der gesamte Hofstaat, sondern auch sämtliche Möbel von einem Schloss zum anderen transportiert wurden.

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Mit eiserner Hand ging Kurfürst August nicht nur gegen höhere Chargen, sondern erst recht gegen gewöhnliche Untertanen vor. So wurde vor Baubeginn des Schlosses als allererstes ein Kerker in die Erde getrieben, um faule und aufmüpfige Bauleute einschüchtern und bestrafen zu können. Auf Wilderer hatte der Kurfürst einen besonderen Hass: Sie mussten unter elendigsten Bedingungen Zwangsarbeit beim Bau des Brunnens leisten und waren sogar dazu verdammt, in dem immer tiefer werdenden feuchtkalten Steinloch die Nacht und überhaupt ihr ganzes Leben zu verbringen. Wie überliefert wurde, durften sie nur einmal pro Woche, sonntags zum Gottesdienst, kurz das Tageslicht sehen. Das Brunnenhaus des Schlosses ist heute eine der Attraktionen, wenn man eine Führung mitmacht.

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