Manfred Köhler
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Burgmodell Blankenberg,
Höllentalbahn und Eisenpark

Immer mal wieder stößt man in touristischen Regionen auf besonders erlebnisreiche Ecken. Eine davon liegt im und am nordwestlichen Landkreis Hof und umfaßt, verteilt auf drei Hauptpunkte, gleich ein gutes Dutzend Attraktionen, die so nahe beieinander liegen, daß man sie in einem Tag erwandern und dabei auch noch ein herrliches Fleckchen Natur kennenlernen kann.

So wartet das Höllental schon mal mit sich selbst auf, mit urwüchsiger Natur am reißenden Flüßchen Selbitz, mit Quellen, Lehrpfaden, überall verstreuten Bergwerksstollen und schwindelerregenden Aussichtspunkten. Die ehemalige Höllentalbahn wurde gleich nebenan, im stillgelegten Lichtenberger Bahnhof, als Modell nachgebaut, ein Zug aus den 1920er Jahren kann per Knopfdruck in Betrieb gesetzt werden. Vor dem Bahnhof steht, wie jederzeit abfahrbereit, ein echter historischer Zug mit Dampflok. Von hier aus lohnen Abstecher zum Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen, zur Burgruine Lichtenberg und zum Beginn des legendären Rennsteigs bei Blankenstein, der markiert wird durch Wegweiser, Infotafeln und ein malerisch-übereinandergeworfenes Gehänge durchgelatschter Wanderschuhe.

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Nächster Haupt-Anlaufpunkt ist, etwa drei Kilometer nordöstlich des Höllentals, das Örtchen Blankenberg. Mit viel Fleiß und Eigeninitiative wurde hier etwas Einmaliges geschaffen, nämlich ein Modell der zerstörten Blankenberger Burg im Maßstab eins zu zehn. Nachdem die russischen Besatzer das 800jährige Gemäuer 1948 mutwillig gesprengt hatten, holte sich die Natur den Burgberg zurück. Erst rund 60 Jahre später und damit zehn Jahre nach der Wende begann die Gemeinde, die Ruine freizulegen und zu sichern. Bemerkenswert dabei war und ist vor allem der Einsatz des ehremamtlichen Ausgräbers Uwe Hager, der nicht nur das Burgmodell erschuf, sondern auch den Burggarten wiederherstellte und mit archäologischen Funden ein kleines Museum einrichtete (Infos und Öffnungszeiten: 0172-9852727). Inzwischen sind auch Teile der Kellergewölbe der Kernburg zu besichtigen, und Uwe Hager werkelt derzeit am tiefer gelegenen Alten Burghof, um auch hier dem Eindruck der einst intakten Anlage möglichst nahezukommen. Was die Blankenberger Burg so sehenswert macht, sind die ausführlichen Informationstafeln, die aus Mauerresten ein historisches Erlebnis machen – und die sagenhafte Aussicht hinunter ins Saaletal, wo in der restaurierten Alten Papierfabrik zur Zeit ein neues Museum entsteht.

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In Blickrichtung und eigentlich gar nicht weit entfernt, aber nur über verschlungene Wege erreichbar, liegt die nächste Station, die Ortschaft Eisenbühl. Was man hier findet, läßt so manchen verblüfft den Kopf schütteln: ein riesiges Freigelände (geschätzt eineinhalb Hektar) mit Hunderten von skurrilen, quietschbunten Metallfiguren, nicht wenige davon meterhoch – der Eisenpark des Arztes, Autors, Künstlers und Erfinders Professor Claus Frenz-Claussen. Keine der teils tonnenschweren Skulpturen gleicht der anderen, von jedem Standpunkt aus ergeben sich neue Blickwinkel, die hügelig-bewaldete Frankenwaldlandschaft tut das Ihrige zum Gesamteindruck hinzu, und so geht keiner, auch wenn er noch so uninteressiert an Kunst ist, völlig unbeeindruckt von hier weg. Allerdings ist der Eisenpark ein echter Geheimtip und wird nicht unbedingt ausführlich touristisch beworben. In Eisenbühl allerdings ist er gut ausgeschildert und leicht zu finden. Der Park kann jederzeit und bei freiem Eintritt besichtigt werden.

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