Manfred Köhler
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Burg Hiltpoltstein
und Türmermuseum Vilseck

Immer mal kommt es vor, daß einem die selbe historische Persönlichkeit begegnet, wenn man verschiedene Orte hintereinander besucht, und zuweilen lernt man diese Person dabei von sehr unterschiedlichen Seiten kennen. So ist es mit König Ludwig I. in den Orten Hiltpoltstein und Vilseck.

Von den verwegen über schroffen Felsen thronenden Wohntürmen der Burg Hiltpoltstein gäbe es vermutlich keine Spur mehr, hätte der bayerische König Ludwig I. das zum Abbruch freigegebene Gemäuer nicht gekauft und ein Forstamt darin eingerichtet. Das Amt hielt sich bis 1966, dann folgten private Besitzer, eine Insolvenz und derzeit die treuhänderische Verwaltung. Wer eine der Führungen mitmacht, die der „Förderverein zum Erhalt der Burg“ anbietet, der findet in den Wohnräumen vor allem Hinterlassenschaften aus jüngster Zeit: Betten, Sofas, mehrere Badezimmer mit luxuriösen Armaturen, inzwischen alles schon wieder angestaubt, vollgebröselt mit Putz und ausgebleicht vom Licht der letzten Jahre. Sogar Duschmittel-Flaschen und Zahnputzzeug stehen noch da – als seien die letzten Besitzer nur mal eben aus dem Haus. Das einzig Alte, was sich im Innern noch findet, sind ein ausgestopfter Vogel aus der Forstamts-Zeit und ein paar wenige archäologische Funde. Es müssen ja aber auch nicht immer Schwerter und Ritterrüstungen sein: Der Gegensatz zwischen uralten Außenmauern und moderner Innenausstattung hat seinen besonderen Reiz und kann gerade ein Grund sein, die Burg zu besichtigen. Hinzu kommt die sagenhafte Aussicht auf Hiltpoltstein und Umland. Ein sehenswertes Kuriosum sei noch erwähnt: An der Eingangsseite der Burg finden sich, in schwindelnder Höhe, Spuren eines vermauerten Tores mit ehemaliger Zugbrücke (Bild oben rechts). Wie man nach dort oben hingelangt sein könnte, ist aus heutiger Sicht ein Rätsel.

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König Ludwig I., Retter der Burg Hiltpoltstein, steht 50 Kilometer östlich, in Vilseck, ganz anders da, nämlich als Geliebter einer äußerst zweifelhaften Dame: Im Ersten Deutschen Türmermuseum kann man ein Seidenkleid besichtigen, das mutmaßlich der Skandalnudel des 19. Jahrhunderts Lola Montez gehörte. Nachdem sie unter anderem wegen ihrer Affäre mit dem König aus München hatte fliehen müssen, soll sie ein paar Tage in Vilseck verbracht und bei der Abreise Teile ihrer Garderobe vergessen haben. Was aber hat ihr elegantes Kleid ausgerechnet in einer verrußten, beengten Türmerstube zu suchen? Einer ihrer Fluchthelfer – und Liebhaber – war der Sohn des Vilsecker Türmers Jakob Preißner. Die Affäre hielt nicht lange, aber wie es das Schicksal wollte, landeten beide getrennt voneinander in Amerika und kamen dort im gleichen Alter ums Leben.

In Vilseck ist das alles wohlgemerkt eher eine Randnotiz. Im Türmermuseum geht es vor allem um die Vertreter dieses Berufsstandes, die übrigens zugleich auch Stadtmusikanten waren und ihr Leben in äußerst bescheidenen Verhältnissen fristen mußten. Gesehen haben sollte man neben dem Vogelturm, in dem das Museum untergebracht ist, auch die Burg Dagestein.

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