Manfred Köhler
Romane
Sachbücher
Texte
Lesungen
Kontakt
Links
Ausflugsziele
Hoheneck 1 Hoheneck 2

Ehemaliges DDR-Frauengefängnis
Schloss Hoheneck in Stollberg

„Der Schrecken hat einen Namen: Hoheneck“ – unter diesem Titel wird hoch über Stollberg ein besonders düsteres Kapitel der DDR-Geschichte aufgearbeitet. Im Frauengefängnis Schloss Hoheneck waren die Haftbedingungen katastrophal und vor allem für die politischen Gefangenen von unvorstellbaren Grausamkeiten bestimmt. Eine Führung durch die Zellen, Gänge, Keller und Produktionsanlagen dauert rund zwei Stunden.

Hoheneck 4
Hoheneck 3

Auch diese zwar primitiven, aber harmlos wirkenden Duschen haben ihre unschöne Geschichte. So gab es zu DDR-Zeiten keine Brauseköpfe, das Wasser schoss im Strahl hervor. Nur einmal pro Woche war das Duschen erlaubt – und oft von Schikanen begleitet. Rechts: Relikte wie diese Wandgemälde stammen aus der Zeit nach der Wende, als Hoheneck noch für zwölf Jahre als bundesdeutsche JVA weiter betrieben wurde. Zu DDR-Zeiten wäre schon die kleinste Kritzelei hart bestraft worden.

Hoheneck 5 Hoheneck 6

Die grandiose Aussicht auf die umliegende Erzgebirgslandschaft, die man von der ehemaligen Gefängniskapelle aus hat, war für DDR-Insassinnen tabu: Entweder waren die Fenster verhängt, oder man durfte sich ihnen nicht nähern. Die Orgel aus dieser Zeit ist noch heute zu sehen (rechts oben). Später wurde die Kapelle in einen Veranstaltungsraum umgebaut und als Kino oder Theater genutzt.

Hoheneck 8
Hoheneck 7

Bis zu 48 Frauen waren offiziell in den Zellen untergebracht – inoffiziell waren es bis zu 70. Im Sanitärbereich standen trotzdem nicht mehr als zwei Toiletten zur Verfügung. Und das war noch ein Fortschritt im Vergleich zu der Zeit vor 1977, als man sich in Kübeln wusch und die Notdurft auf Eimern verrichtete. Unter diesen Bedingungen waren die politischen Gefangenen nicht nur mit gewalttätigen Schwerstkriminellen zusammengepfercht, sie wurden mit Duldung der Wärter von ihnen gedemütigt und misshandelt.

Hoheneck 9 Hoheneck 10

Zur Disziplinierung der Gefangenen dienten verschiedene Arrestformen bis hin zur Dunkelhaft. Wer damit nicht gebrochen werden konnte, der landete in der Wasserzelle, einem verschimmelten Dreckloch, in das eiskaltes Brunnenwasser eingeleitet wurde. Wer angesichts derartiger Folter seine Hoffnungen auf Flucht setzte, der sah sich einem ausgeklügelten System von Sperren und Barrieren gegenüber – angefangen bei dolchartigen Spießen an Dachrinnen bis hin zu umlaufenden Zwingern mit scharfen Hunden. Tatsächlich gab es zu DDR-Zeiten nur einen Fluchtversuch, und der endete bereits im Gefängnishof.

Weitere Ausflugsziele

Hauptseite