Manfred Köhler
Romane
Sachbücher
Texte
Lesungen
Kontakt
Links
Ausflugsziele

Burg Kriebstein:
Von Enteignung und versteckten Schätzen

Zwei tragische Familienschicksale sind auf der mittelsächsischen Burg Kriebstein durch historische Ereignisse miteinander verknüpft. Die letzten privaten Besitzer der Burg, die Familie von Arnim, wurde 1945 von den russischen Besatzern enteignet und auf eine unbeschreibliche Odyssee durch das zerstörte Deutschland gehetzt. Der letzte Erbe mußte dabei als Säugling vorübergehend in fremde Obhut gegeben werden – und wurde nach der Wende zum zweiten Mal und endgültig enteignet, indem eine Rückgabe der Burg verweigert wurde. Das zweite Familienschicksal ist ähnlich tragisch, wenn auch mit versöhnlichem Ausgang: Der Widerstands- kämpfer Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort versteckte gegen Ende des Zweiten Weltkriegs einen Teil seiner wertvollsten Besitztümer aus seinem ostpreußischen Schloß auf Burg Kriebstein. Da von Lehndorff als Beteiligter am Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 hingerichtet wurde, gerieten die versteckten Wertgegenstände in Vergessenheit – bis sie 1986, eingemauert in einem Kamin, als „Schatz von Kriebstein“ wiederentdeckt wurden. Blieb das Erbe in Ostpreußen auch verloren, so bekam die Lehndorff-Erbengemeinschaft immerhin einen Teil des Kriebstein-Schatzes zurück. Besucher der Burg können Stücke aus dem Schatz besichtigen und sich vor Ort ausführlich über die Schicksale der Familien von Arnim und von Lehndorff informieren. Eigentlicher Höhepunkt aber ist das gewaltige Gemäuer selbst: Das als schönste Ritterburg Sachsens geltende Bauwerk ist vom Brunnen bis hoch zum Wohnturm komplett intakt und bietet spektakuläre Aussichten auf die waldreiche Landschaft ringsum. Direkt unter der Burg bildet der Fluß Zschopau einen nicht gerade hohen, aber dafür um so lauteren Wasserfall.

Zur Gesamtliste aller Ausflugsziele