Manfred Köhler
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Leuchtenburg / Thüringen

Den Horror des Gefangenseins kann man auf der Leuchtenburg bei Kahla in Thüringen mit allen Sinnen erleben. Die äußerlich wunderschöne Burg diente im 18. Jahrhundert als Zucht-, Armen- und Irrenhaus. Schon zuvor, im Mittelalter, gab es einen finsteren Kerker ohne Fenster und Türen, in den die Gefangenen durch ein Loch im darüber liegenden Geschoß hinabgeseilt wurden. Kerker und Foltergeräte in diesem Marterturm kann man nicht nur besichtigen, man kann sich in die Lage von einstmals Verhafteten einfühlen, indem man Audio-Dokumentationen über die Gefangennahme und die Verhöre von Kindsmörderinnen, „Hexen“ und Wegelagerern lauscht und die alten Urteilsbegründungen studiert. Wie es den Häftlingen in späteren Jahrhunderten erging, das vermittelt eine Ausstellung mit Dokumenten aus mehreren Gefängnis-Epochen und zahlreichen Exponaten, darunter auch Original-Sträflingsketten. Anhand von Puppen wird gezeigt, nach welchen Kriterien die Gefangenen eingeteilt und demgemäß auffallend gekleidet und am Kopf rasiert wurden. Um derart behandelt zu werden, bedurfte es übrigens nicht unbedingt übler Taten: Wer ohne Angabe von Zielen und Reisegründen unterwegs war, galt als Landstreicher, landete auf unbestimmte Zeit in den Höllenlöchern der damaligen Gefängnisse – und wurde dadurch oftmals erst zum Verbrecher.

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