Manfred Köhler
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München: Oktoberfest und Marienplatz -
ein (scheinbar) oberflächlicher Aufenthalt

Auch wenn man noch nie auf dem Oktoberfest war, sollte man eigentlich genug Bilder und Reportagen gesehen haben für eine ziemlich genaue Vorstellung davon. Aber der volksmundliche Begriff „Wiesn“ hatte sich derart im Unterbewußtsein eingeprägt, daß ich zwar ein riesiges Volksfest erwartete, aber eines auf grüner Wiese und in ländlicher Umgebung.

Deshalb ernüchterte es mich nicht wenig, daß der Veranstaltungsort Theresienwiese vom Bahnhof aus leicht zu Fuß zu erreichen war, also mitten in der Stadt lag und sich als großflächig asphaltiert erwies - kein Grashalm weit und breit. Das größte Volksfest der Welt, so zeigte sich vor Ort, ist eben genau das: ein Volksfest wie in anderen Städten auch, bloß viel, viel und noch viel größer. Riesengroß. Aber trotz aller Gigantomanie, wer nicht trinken kann oder will und wem beim Karussellfahren schlecht wird, der hat recht schnell seine Runde gedreht.

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Zwischenfazit: Das war mal eine ganz andere Art von Ausflug mit knapp zehn Stunden im Zug für sechs Stunden München, verkürzt von einem einstündigen Platzregen, der trotz Schirm zum Unterstellen zwang. Eine Stunde Bahnhof, zwei Stunden Wiesn, schnell mal zum Marienplatz gehastet und vom Turm der Pfarrkirche Sankt Peter ein paar Bilder geschossen - ein absolut oberflächlicher Aufenthalt, könnte man meinen. Eigentlich dürfte man sich da nicht auch noch erdreisten, einen Ausflugsbericht zu verfassen.

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Aber es geht ja nicht um möglichst langes Herumhängen, sondern um neue bleibende Eindrücke, und davon hatte ich reichlich. Noch nie sah ich Fahrgeschäfte so hoch in den Himmel ragen. In einem Bierzelt mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Gästen war ich, soweit ich mich erinnere, auch noch nicht. Unvergeßlich bleiben wird der ständige Anblick bunter Dirndln – und das übrigens nicht nur auf der Wiesn, sondern in der ganzen Stadt, vor allem auf dem Bahnhof. Neu auch das traditionelle Böllerschießen, das ich zufällig miterlebte und dabei Oberbürgermeister Christian Ude live aus nächster Nähe eine Blaskapelle dirigieren sah. Das schlechte Wetter sorgte für Platz im Freien, in den Bierzelten für besondere Verstopfung und ständige Jubelausbrüche, wenn aus der Fraktion der Kampftrinker jemand seine Maß ad ex leerte. Immerhin eine Volltrunkene gab in aller Öffentlichkeit ihr Bier wieder von sich und bekam dabei, wie man es aus Hollywoodfilmen kennt, von einer Freundin die Haare hochgehalten. Sicher kein schöner Anblick, aber bestimmt auch kein gewöhnlicher. In Sachen Bier ist mir eines nicht gelungen: Ich wollte unbedingt eine Kellnerin mit möglichst vielen Maßen fotografieren. Aber die waren so fix, daß sie kaum zu entdecken und immer schon wieder weg waren, bis die Digitalkamera mal ausgelöst hatte. Einziger Schnappschuß-Erfolg in Sachen Bierzelt-Service: eine Brotzeittellerträgerin von hinten und ein Maßkrug-Stilleben zu Tisch.

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