Manfred Köhler
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Burg Mylau: Von Riesenviechern,
Abnormitäten und ungeklärten Explosionen

Diese Burg ist der reinste Zoo: In überdimensionalen Dioramen tummeln sich Wisente, Elche, Bären, Wölfe, Hirsche und was sonst noch zur heimatlichen Fauna gehörte und auch heute noch gehört – natürlich alles ausgestopft. Neben allerlei normalem Groß- und Kleinvieh finden sich auch höchst kuriose Mißbildungen aus der Tier- und Pflanzenwelt. Die Naturkundesammlung gilt als die größte des Sächsischen Vogtlandes.

Wer totem Getier nichts abgewinnen kann, den begeistert vielleicht die Ausstellung über den Bau der Göltzschtalbrücke von 1846 bis 1851, damals wie heute die größte Ziegelbrücke der Welt und unweit der Burg Mylau gelegen. Das einschüchternde Bauwerk katapultierte die westsächsische Region in eine neue Ära, kostete aber schon beim Bau 30 Menschen das Leben und erwarb sich später einen Ruf als Selbstmörder-Sprungbrett.

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Wem auch die erschreckenden und beeindruckenden Superlative rund um den Brückenbau noch nicht zum Staunen gereichen, der lernt es garantiert beim Betrachten der Ausstellung über das Tunguska-Ereignis von 1908. Eine Abfolge gigantischer Explosionen verwüstete riesige Landstriche Sibiriens, rund um die Welt waren die Erschütterungen spürbar – aber bis heute weiß niemand wirklich, was damals eigentlich in die Luft geflogen ist. Neben den wahrscheinlichsten Erklärungen wie Asteroiden-Einschlag oder Vulkan-Eruption grassieren inzwischen über 120 meist nicht allzu ernst zu nehmende Theorien, darunter der Absturz eines Ufos oder der Einschlag eines Schwarzen Loches.

So vielfältig und aufregend die Museen und Ausstellungen sind, Star der Burg aber ist die Burg selbst. Die fast vollständig erhaltene Anlage gilt als die größte des Sächsischen Vogtlandes und ist, egal, von welcher Seite betrachtet, ein kleines Mittelalterwunder. Errichtet wurde sie 1180 als kaiserlicher Herrschaftssitz. Zwar wurde sie bei so manchem Krieg verwüstet und tausendmal umgebaut, aber gerade weil so viele Baustile einflossen und sich nun vereinigen, spiegelt das labyrinthartig verwinkelte Gemäuer die Summe dessen wieder, was man sich als Mensch der Gegenwart unter einer idealen Burganlage vorstellt.

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