Manfred Köhler
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Burgruine Niesten (Weismain):
Vom Zauber besonderer Orte

Sind Burgen besondere Orte, weil sie an besonderen Orten gebaut wurden? Diese Frage stellt sich zwangsläufig, wenn man die schroffe, steile Felsformation besucht, auf der über 700 Jahre lang die Burg Niesten thronte, zuletzt als Ruine. Mauerreste finden sich kaum noch, seit die Gemeinde Niesten nach jahrzehntelanger Plünderung der Gebäude 1872 auch noch den Bergfried komplett abtragen ließ. Von seinem einstigen Standort aus schaut man fast senkrecht ins Tal hinunter aufs Dorf. Daß hier auf dem schmalen Grat eine ganze Burg Platz gefunden haben soll, scheint unglaublich, auch wenn man sich dank eines Übersichtsplans am Wandererparkplatz und angesichts der noch deutlich erkennbaren Gräben eine Vorstellung davon machen kann, wo was gestanden haben muß. Mehr als über die Verwegenheit, hier zu bauen, wundert man sich über die Ignoranz, die Anlage mutwillig niederzureißen. War es wirklich einfacher, eine ganze Burg abzutragen und letztlich, in Form von Bauernhäusern, im Tal wieder aufzubauen, als neue Steine zu brechen? Vielleicht war den Menschen damals auch der besondere Ort des Berges wichtiger als das Bauwerk. So schade es ist, daß die Burg zerstört wurde, die spektakuläre Landschaft, die zurückblieb, hat eine Magie an sich. Und das, was einst war, trägt dazu bei, indem es die Phantasie anregt, während man verweilt und gar nicht mehr weggehen will.

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