Manfred Köhler
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Festung Rothenberg: Brutale Methoden

Mit brutalen Foltermethoden hatten Gefangene auf der Festung Rothenberg bei Schnaittach zur rechnen. Überliefert ist der Fall eines Delinquenten, der mit der Zunge an einen Tisch genagelt wurde. Einem anderen wurde der sogenannte Schwedentrunk verabreicht, das heißt, er wurde gezwungen, bis zu 15 Liter Jauche zu trinken. Horrorgeschichten wie diese erfährt man bei Führungen durch die Ruinenlandschaft, die von der gigantischen Anlage übrig geblieben ist. Erbaut von 1729 bis 1750 als Bayerisches Bollwerk gegen Franken, wurde der Mammutbau knapp 60 Jahre später nur noch als Gefängnis genutzt und wenig darauf ganz aufgegeben, vollkommen ausgeplündert und dem Verfall überlassen. Fast wären gar noch die Bastionen gesprengt worden. Daß die Anlage heute unter besonderem Schutz steht, ist weniger ihrem Status als letzte Rokokofestung Europas denn ihrer Funktion als Fledermaus-Refugium zu verdanken. Die Kasematten, eine der Hauptattraktionen, können zum Schutz der Tiere zwischen November und April nicht besichtigt werden. Ob in den Gewölben mit ihren finsteren Kerkern oder oben zwischen den Ruinen, man wünscht sich mehr Zeit als die eine Stunde der Führung, um das Gelände gründlich durchstreifen zu können. Ein besonderer Genuß ist die Aussicht: Weit schaut man ins Nürnberger Land, sogar die rund 25 Kilometer entfernte Metropole ist bestens zu sehen. Die Autobahn A 9 verläuft unter der Festung entlang wie eine wimmelnde Ameisenstraße.

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